Mailand Cortina 2026: Blech für Salzburger - Silber für Lamparter
11.02.2026
Was für ein Rennen in der Nordischen Kombination! Johannes Lamparter holte sich nach einer bärenstarken Leistung die Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen Mailand Cortina 2026 und damit das erste Edelmetall für die Nordischen in Predazzo. Der Salzburger Stefan Rettenegger landete auf dem undankbaren vierten Platz.
Bereits nach dem Springen in Val di Fiemme war klar, dass es ein ganz enges Rennen um Edelmetall geben wird. Die Top-Athleten waren nach dem Sprung-Bewerb allesamt knapp beisammen und lieferten sich vor den Augen von IOC-Präsidenin Kirsty Coventry einen offenen Schlagabtausch, der bis zum Schluss andauern sollte. Mittendrin statt nur dabei waren die beiden rot-weiß-roten Asse Johannes Lamparter und Stefan Rettenegger.
Und gerade Ersterer zeigte auf der anspruchsvollen Strecke mit tiefen Schneebedingungen eine taktische Meisterleistung. Der 24-Jährige war in der siebenköpfigen Spitzengruppe lange Zeit im hinteren Feld, griff in der letzten Runde aber voll an. „Ich wusste, dass es in der letzten Runde um alles geht und habe mir ein paar Reserven aufgehoben. Ich habe dann meine letzten Kräfte mobilisiert und alles ausgeschöpft. In der letzten Runde habe ich viele Sterndln gesehen“, lachte der frischgebackene Silbermedaillengewinner, der für die beiden vierte Plätze in Peking 2022 endlich entschädigt wurde.
„Die Medaille bedeutet mir unglaublich viel. Es waren hier nicht die leichtesten Verhältnisse für mich und ich habe in den vergangenen Tagen schon daran gezweifelt, ob ich bei diesen Verhältnissen eine Chance habe. Ich bin überglücklich über Silber und habe das Thema Olympiamedaille einmal abgehakt“, jubelte der Tiroler. Auf Olympiasieger Jens Luraas Oftebro (NOR) fehlte am Ende genau eine Sekunde. „Er war sehr stark, aber nicht so, dass er es in der zweiten oder dritten Runde wegläuft. Er wäre schlagbar gewesen, aber er ist ein verdienter Olympiasieger. Ich bin mit Silber sehr zufrieden“, wollte Lamparter nicht hadern.
Etwas hadern musste hingegen Stefan Rettenegger, der nach einer sehr starken Vorstellung am Ende undankbarer Vierter wird. „Es war heute unvorstellbar zäh. Die Verhältnisse waren so tief, speziell bei den Anstiegen. Ich habe mich lange sehr gut gefühlt, aber so ganz aufgehen will es mir irgendwie noch nicht. Der vierte Platz ist nicht schlecht, daher blicke ich positiv auf den Bewerb auf der Großschanze“, analysierte der Salzburger, der sich vor allem mit Teamkollege Lamparter mitfreute. „Es ist cool, dass Jo die Medaille geholt hat – das ist ganz wichtig für das gesamte Team. Wir haben bislang eine starke Saison absolviert und jeder erwartet von uns eine Medaille. Jetzt haben wir schon mal Silber und können positiv in die kommenden Bewerbe gehen.“

